die metzger der muse

… weil kunst mitunter doch von können kommt!

18.06.2011
by mcmatten
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Warum blogst Du eigentlich nicht mehr?

Letztens kam sie mal wieder, die Frage: “Warum blogst Du eigentlich nicht mehr?” Meine einfache und schnelle Antwort: “Ich habe keine guten Ideen mehr!”. So einfach und so schnell die Antwort auch war, die ebenso einfach und schnell zufriedenstellt, so “gelogen” ist sie auch. Wenn ich ehrlich bin, ist das nämlich nicht einmal die halbe Wahrheit.

In meinen Augen gibt es sehr wenige, wirklich gut gemachte private Blogs. Die meisten privaten Blogs sind wahrlich Memmenblogs. Mitleidserregendes Geheule. Nicht mehr, nicht weniger. Ja, hier war es früher auch so. Es war ja auch zu einfach. Es gab einen asozialen Chef, etliche Kollegen, die sich über ihn aufregen konnten, darunter wiederum viele, die kein Stück besser waren (zumindest ähnlich dumm, faul oder dreist). Zeiten ändern sich, das ist vorbei. Die Beiträge haben mir aus heutiger Sicht auch nichts gebracht – außer vielleicht Belustigung der Kollegen, die sich genau das nicht getraut haben. Getraut? Anonym im Internet schreiben? Naja, hat mit trauen nun auch nicht so viel zu tun. Lustig war es wahrscheinlich trotzdem.

Vielleicht war es die Zeit damals, in der Blogs aufkamen. Eine Zeit, in der man einfach mal so rauslassen kann, was man möchte. Einfach in die Tasten hauen. Melden befreit, oder so. Und auch, wenn es heute noch viele Blogger da draußen gibt, die es genau so (weiter) tun – es ist nicht mehr meine Zeit.

Die Zeit, die ich im Süden Deutschlands verbringe, um meinem Job nachzugehen, arbeite ich viel. Sehr viel. Aus nur einem Grund: Um im Norden mehr Zeit, für die wirklich wichtigen Dinge zu haben. Alles, was ich hier schaffe, bringt mir dort mehr Zeit für meine Freundin, meinen Hund, die Familie. Jede Mail, die ich hier schreibe, bringt mir einen weiteren Tennisball-Wurf und einen kleinen wuseligen Murphy, der ihm hinterher jagt.
Klar, wahrscheinlich sind es genau die guten Dinge, über die ich dann schreiben sollte. Der Spaß, den es macht, für meine Freundin zu kochen. Oder die vielen guten Bücher zu lesen, mit denen sie mich versorgt. Oder wie viel Spaß es macht, jetzt im Sommer für Mama und den Schwiegervater zu grillen. Oder wie sehr wir uns auf den Urlaub freuen. Aber es ist, wie so oft im Leben: Wenn ihr nichts von mir hört, dann geht es mir gut (und ich bringe dem Wutz grade heimlich das Katzen-Jagen bei). Ansonsten gibt es viele gute Blogs da draußen – und eben die, in denen ihr die gleiche Meckerei lesen könnt, die es hier schon seit Jahren nicht mehr gibt.

09.01.2011
by mcmatten
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Gastbeiträge, Heuchler, Spinner und Hinterwäldler

Kurzversion: Armseelige Heuchler, verpisst euch!

Ich weiß nicht, ob ich lachen oder kotzen soll. Grade finde ich ein wenig Zeit, mich durch die Feeds der Woche zu lesen. Der gute caschy schrieb schon im Firmenblog über die Rolle von Presse und Bloggern, was mich grade auch einen Entwurf in die alte Lady hämmern ließ. Kurz danach fand ich einen Gastbeitrag einer Microsoft Mitarbeiterin in seinem Privatblog.

Caschy ist derzeit in Vegas auf der CES und ließ diese Woche Gäste und Leser in seinem Blog schreiben. Der letzte Beitrag kam dabei von Monika, die bei Microsoft arbeitet und einen Beitrag über das “schöner werdende Internet” schrieb. Natürlich am Beispiel vom IE9, natürlich über HTML 5. Denn genau so, wie die Microsoft-Moni die Interessen ihres Arbeitgebers vertritt, tut das die Adobe-Angrit, die Google-Gabi und die Firefox-Franzi!

Dass der Beitrag gelungen ist, behaupte ich nicht. Ob er gelungen ist, will ich nicht einmal kommentieren. Dass die ersten Kommentare unter dem Beitrag kritisch sind, konnte man sich denken. Spätestens aber, als plötzlich gedroht wurde, Caschys Blog aus dem Reader zu entfernen, musste ich mich zwischen kotzen und lachen entscheiden.

Ein Blog ist subjektiv. Und noch einmal: Dass Microsoft Mitarbeiter hier ihren Arbeitgeber vertreten: geschenkt! Carsten wird dafür keinen müden Cent bekommen haben und deshalb auch keinen Grund gesehen haben, einen Gastbeitrag, um den er gebeten hat, als Werbung zu kennzeichnen!
Darüber hinaus ist es sein (!) und nur sein Blog. Dass ein Blog viele Leser hat, heißt noch lange nicht, dass der Betreiber seinen Lesern bis zu den Knöcheln in den Arsch kriechen muss. Und ich gehe jede Wette ein, dass sich die gleichen “Leser”, die jetzt auf Carsten schimpfen auf das nächste Gewinnspiel, das er veranstaltet, wieder einen runterholen werden. Die kleinen Wichskinder, die in den Kommentaren die große Fresse haben, weil sie aus ihren verknoteten Fingern keinen einzigen klugen Satz herauskitzeln können, weren auch morgen noch sabbernd auf den nächsten Tipp für kostenlose Software warten und nicht verstehen, dass diese Arbeit, die “der Betreiber” Tag für Tag macht, um seine Leser kostenlos (!) mit Informationen zu versorgen, ab und an auch mal den Blog monetarisieren muss. Das ist sein gutes Recht. Und das ist dann auch mit “Werbung” gekennzeichnet.

Ganz davon ab: Was glauben diese Spinner eigentlich, wie es in der “echten Presse” abgeht? In den Jahren, die ich ein Local Blog “Online Magazin” genannt habe, habe ich Fußballspiele kostenlos gesehen, Musicals kostenlos besucht, in der ersten Reihe geparkt und einen ordentlichen Rabatt auf meinen Handy-Vertrag bekommen. Ich habe das immer offen zugegeben. Schlagt die Zeitungen auf, schaut, ob diese es auch offen zugeben und fragt euch beim nächsten tollen Bericht über ein Musical, eine Kinopremiere oder einen Mobilfunkanbieter, ob dieser wirklich objektiv ist. Und dort steht nicht offen zugegeben drüber, dass es ein Gastbeitrag der Microsoft-Moni, Adobe-Angrit, der Google-Gabi oder der Firefox-Franzi ist!

29.08.2010
by mcmatten
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Gedanken auf Rädern – Heute: AppleTV

Wisst ihr was, Mädels? Während ich hier, mal wieder, im ICE sitze, tausend große und kleine Gedanken durch meinen Kopf schwirren und ich meinen Reeder durchblättere, fiel mir eine Sache auf und ein.
Alle Welt redet von Move und Kinect, weniger von der Wii, obwohl diese den ganzen Stein erst ins Rollen brachte. Die andere Welt redet von einem neuen AppleTV mit iOS Apps und Meister Gruber sagt zurecht, dass die iPhone Apps nicht dafür gemacht sind, aus der Ferne bedient zu werden. Wie denn auch? Mit dem Magic Trackpad? Kann Sinn machen. Cooler wäre es doch aber, das Beste aus den zwei Welten zusammenzubringen, oder? Stellt euch vor, ihr blättert durch Fotos oder die iTunes Mediathek mit einem fröhlichen Handwischen durch die Luft. Keine Appple Remote oder sonst einen physischen Unsinn. Einfach wedeln! Das macht ein iOS AppleTV mit iPhone oder iPad Apps zwar immer noch Sinnfrei, aber wenn es möglich werden würde, iTV Apps (dann wohl in 720p) zu programmieren, dann freue ich mir jetzt schon den Arsch ab.
Ich bräuchte bitte Internet Radios, Fussball Apps (mit Live Ticker) eine Facebook App für meinen Fernseher und eine coole App fürs TV Programm. Ach so, und wenn ich mein Wireless Keyboard dann auch per Bluetooth connecten kann, brauche ich auch noch eine WordPress und eine Twitter App :)

23.05.2010
by mcmatten
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Die alte Liebe…

Deutschland hat so schöne Ecke, und tolle Weine, und überhaupt. Bla. Gern genommene TV-Floskeln von schon längst abgesetzten Moderatoren und Pseudo-TV-Köchen, die die meiste Zeit selbst nicht gemerkt haben, dass sie schon vor 10 Jahren abgesetzt wurden und nur noch als quasi letzten Willen über den Schirm flackern.

In meiner – ich hätte fast gesagt allwöchentlichen – Reise mit dem ICE nach München durfte ich mir jedoch einmal wieder die Erkenntnis zurück ins Gedächtnis rufen, wie schöne Ecken Deutschland wirklich hat. Eine Woche zurück: Mit dem Auto von Hannover nach München, um die wichtigsten Utensilien – Kaffeemaschine und Computer – in meine neue Wohnung zu bringen, quasi einzuziehen. Wenige Tage später wieder zurück – 585km wieder hoch. Schnell stellte sich das Gefühl wieder ein, dass uns jahrelang begleitet hat, als wir mit unseren Eltern mitsamt Wohnmobil quer durch Europa – vom Nordkap bis runter in die Türkei – aber auch durch Deutschland getourt sind.
Dabei ist die Suche nach dem Herkules – auf dem Weg in den Süden wusste man so auf dem guten Weg zu sein, hoch in den Norden war der Herkules das erste Zeichen von Heimat – nur eins von den vielen Teilen. Ein weiteres war die Überquerung der Altmühl kurz hinter Nürnberg. Vor 20 Jahren war es mir weder bewusst, dass es doch so weit war, zu meiner geliebten Tour ins Altmühltal, wo wir meinen Onkel trafen und mit Kanu, Kajak oder Kanadier den Fluss herunterschipperten, noch wäre es für mich ein Grund gewesen, es nicht zu tun.

Jetzt, viele Jahre später, konnte ich gegenüber meinen Eltern nur schwärmen, den Fluss, der so viel bedeutet hat, wiederzusehen und meiner besseren Hälfte vorsichtig androhen, sie mitnehmen zu wollen. Jetzt, vom Süden aus, aus München hoch, ist es ja sogar noch viel leichter, als es früher war.

Zurück ins jetzt, wenige Stunden nach dem Gespräch mit meinen Eltern, eine Woche nach der ersten Berührung mit der alten Liebe nach fast zwei Jahrzenten, wird mein ICE umgeleitet. Von Würzburg aus quer durch Bayern nach München, über kleine Nebenwege und mehrere Minuten davon entlang der Altmühl. Da ist sie wieder, die alte Liebe und es ist wohl ein Zeichen, ein gutes Zeichen, an einem wunderschönen, sonnigen Tag durch das Land zu schleichen und alte Erinnerungen zu wecken.

Meine Freundin habe ich inzwischen informiert. Ihre Reaktion? „Mit Dir will ich die Welt bereisen!“ – richtige Antwort! Mit Deutschland fangen wir an.

18.02.2010
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Tage wie dieser

Es sind diese Tage, Tage wie heute, an denen nichts hilft. Dann nehme ich ihren Glücksbringer, benetze ihn mit ihrem Parfüm, trinke ihr Wasser, denke an sie, versuche sie zu riechen, sie zu schmecken.

Und dann wünsche ich, dass es bald vorbei ist, und denke daran und weiß, dass ich sie bald wieder bei mir habe. Und dann kann ich sie wahrhaftig riechen, schmecken – und sie in meinen Armen halten, während ich weiterhin ununterbrochen an sie denke.

Morgen, endlich!

06.02.2010
by mcmatten
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Warum ich mir ein iPad kaufe

Nun sind einige Tage vergangen und ich habe mir extra viel Zeit gelassen, auch über meine Eindrücke zum neuesten Baby meines Lieblingsherstellers aus Cupertino zu schreiben. Nach den Gerüchten im Vorfeld und der Ernüchterung der Beobachter im Nachhinein – die dann in blindem Bashing endete – finde ich es nun an der Zeit zu schreiben, warum ich mir das iPad mit ziemlicher Sicherheit kaufen werde.

Ich hatte das Glück über Weihnachten einen eBook-Reader testen zu können und ich denke ich hätte ihn gekauft, könnte ich PDFs vernünftig darauf lesen – Fehlanzeige. Das schicke Rein- und Rauszoomen, wie man es mittlerweile vom iPhone gewöhnt ist und wie ich es auch gebraucht hätte, da ein A4-PDF auf einem 7″ eBook-Reader einfach nicht in “Vollbild” lesbar ist, funktioniert nicht. Selbst wenn es nicht mit einem einfach Fingertipp möglich gewesen wäre (darüber hätte ich vielleicht noch hinweg sehen können), ist das Zoomen mit den + und – Tastern zur Qual geworden. Die Zeit, die ich zum Navigieren gebraucht hätte, hätte ich ebenso gut dafür nutzen können, das PDF auszudrucken und zum Binden bringen zu lassen (wahrscheinlich sogar für ein neues Artwork, wenn in der Zwischenzeit nicht sogar schon die überarbeitete Version entstanden wäre…)

Dies verspreche ich mir unter anderem vom iPad. Ich will mir PDFs runterladen, ich will sie lesen können. Das will ich tun, ohne dass die Tastatur im Weg ist. Und ich will es im Hochformat tun. Ich will mein Notebook nicht schräg halten, ich will an meinem Netbook nicht wild zoomen und ich will es schon gar nicht zu Hause an meinem Schreibtisch lesen, nur weil ich dort einen Monitor hätte, der zwei A4 Seiten bequem nebeneinander darstellt. Ich will es einfach, schnell und praktisch.

Ich werde in Zukunft sicherlich auch noch mehr Zeit in Zügen verbringen. Wenn ich dort eMails noch einfacher bearbeiten kann, als mit meinem iPhone; Wenn ich Filme scharf und gut anschauen kann – wie auf meinem MacBook Pro, nur eben handlicher, wie auf meinem iPhone, nur eben größer; Wenn ich dazu noch meine Musik genießen, im Internet surfen und spielen kann; Wenn ich alles machen kann, wozu ich Bock habe – und noch dazu mit einem möglichst kleinen – aber eben auch maximal großen Gerät – dann freue ich mich darauf.

Was ich nicht will: Ich will keine Romane lesen. Deshalb brauche ich eben auch keinen eBook Reader. Und das iPad ist eins nicht: Ein eBook Reader! Ja klar, Apple launcht einen Book-Store. Können sie, sollen sie. Damit öffnen sie Türen, damit erzeugen sie Druck. Das kann insgesamt für den Kunden nur gut sein. Ich lese meine Bücher immer noch als Buch, als echtes Buch! Es ist mir also gelinde gesagt scheißegal, ob das böse iPad nur ein LED-Display hat und kein *setze hier ein, was auch immer so an neuen Displays entwickelt wird*. Klar hätte ich mich gefreut, wenn das iPad einen “eBook Reader Modus” gehabt hätte, der eInk Displays nahe gekommen wäre. Das wäre sicherlich auch für meine PDFs nochmal ein Stück schöner geworden. Aber ganz ehrlich: Ich würde umfangreiche Bücher auch nicht auf einem eBook Reader lesen. Ich lese verdammt nochmal Bücher. Und ich konsumiere darüber hinaus tonnenweise digitale Inhalte: kurze PDFs; Blogs, Nachrichten und was sonst noch so über meinen Feedreader reinkommt; Twitter; Facebook; eMails; Podcasts; Musik; Filme;… eben alles, was mir mein iPad perfekt darstellen wird.

Darüber hinaus – und das ist auch der Grund, warum ich von Sekunde Null an mit meinem alten 12″ iBook G4 so unglaublich zufrieden war – habe ich keinen Bock mich um irgendwelche technische Scheiße zu kümmern. Zum Basteln habe ich meinen Windows PC. Wenn ich einfach nur konsumieren (oder in Ruhe arbeiten) will, dann habe ich meine Apple Produktpalette. Weil es einfach funktioniert. Und weil es einfach funktioniert.

Ich bin mir durchaus bewusst, dass ich dieses oder jenes umfangreicher, aufwändiger und billiger haben könnte. Ich bin auch nicht zu unfähig mir einen Windows oder einen Linux PC (Notebook, Netbook, Tablet) einzurichten. Ich bin mir lediglich zu schade dazu!

13.12.2009
by mcmatten
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Bücher, Bücherer, eBooks und die Cloud

Wenn die Freundin Buchhändlerin ist, sieht man so manches plötzlich ein wenig mit anderen Augen, achtet auf andere Dinge. Da riecht es zu Hause auf einmal nach neuen Büchern (und das sollte man wirklich einmal ausprobieren, ein frisches, neues Buch aufschlagen und einfach einmal tief einatmen) und man fängt an, sich eine Menge Gedanken zu machen. So war es natürlich auch kein Wunder, dass mein aktueller – und erster längerer Aufenthalt – in München den großen Buchhandel Hugendubel als Ziel hatte.

Aber von Anfang an: Nachdem ich gestern morgen früh aufstand und mich als erstes durch die Menschenmengen in den Apple-Store schlug, wo ich mir meine neuen Kopfhörer aussuchte und mich an der neuen Magic Maus austobte, ging ich fix den Weg von Nerdigkeit zu Handwerk. Ich liebe meinen Mac, ich liebe mein iPhone, den iPod. Ich liebe den Gedanken an Musik aus der Cloud (dazu sollte und werde ich auch nochmal was schreiben) und ich finde den Gedanken an “alles aus der Cloud” mit Chrome OS unglaublich interessant (heute hatte ich übrigens ein langes Gespräch mit einem Microsoft Mitarbeiter bei Starbucks, wo es auch um Azure, die Cloud an sich und auch eBooks ging). Ich freue mich auf das neue Apple Tablet (wie es dann auch immer heißen mag) und ich mag auch den Gedanken an eBooks. Das ist natürlich auch zwischen uns ein heiß diskutiertes Thema. Denn auf der einen Seite ist nun Mal das Buch, das Handwerk – auf der anderen Seite aber auch das eBook mit seinen Vorteilen.
Ich persönlich glaube, dass wir uns mittelfristig auf das Beste aus beiden Welten einschießen sollten. Ein Buch im Regal nimmt Platz weg, klar. Aber das ist auch gut so! Es geht schließlich auch um den Besitz! Vor seinem Bücherregal zu stehen, das Buch aus dem Regal zu ziehen, das Cover anzuschauen. Wie zu einer CD das Booklet gehört, gehört der Umschlag zum Buch. Das kann ein eBook nicht leisten. Seine Nase zwischen die Seiten zu stecken – das geht bei einem eBook nicht. Doch so wie ich zu Hause, auf dem Sofa, im Bett, bei einer leckeren Tasse Kaffee und einem Keks mein “echtes” Buch lesen möchte, auf mein echtes Buch nicht verzichten möchte, kann ich mir für unterwegs einen eBook-Reader vorstellen. Ja nicht nur vorstellen. Er ist besser transportabel, mein Buch bleibt geschützt im Schrank, ich kann vor allem fast unzählige Bücher mitnehmen! Für Fachlektüre, um Notizen zu machen, wichtige Seiten zu taggen oder sogar aus dem Buch heraus auf Webseiten oder erweiterte Inhalte zu verlinken ist er sicher perfekt. Ich hätte also gerne ein Buch, mein Buch, für das Regal – und einen Download-Code für meinen eBook Reader. Wer auch immer dies liest und verwirklichen kann: Bitte machen!

Übrigens, noch kurz: Für CDs und DVDs wäre das ebenso klasse. Eins für´s Regal, und die digitale “Kopie” zum Mitnehmen. Danke!

Aber kommen wir zurück zu meiner kleinen Reise durch die Münchner Innenstadt. Bei Hugendubel angekommen erwarteten mich nämlich 6 Stockwerke voller Bücher. Es war voll, es war viel, es war spannend. Schicke Sitzgelegenheiten zwischen den Etagen, an denn die Zeit trotz Rummel stillzustehen scheint, eine ganze Etage voller Krimis (und ich weiß, wem das Gefallen könnte und würde) und eine für mich besonders spannende Erkenntnis. Die vier eBook-Reader, die mit ausgestellt waren, interessierten niemanden! Ich habe es einige Zeit beobachtet und: Ich war der einzige, der sich die Geräte anschaute.

Dabei scheint gerade Hugendubel einer der Läden zu sein, die es scheinbar schaffen, aus dem herbeigeredeten Gestern (ja, ich habe WWGD gelesen) in die “Neuzeit” zu springen. Mit Facebook Fanseite, Twitter Account und eigenem Blog scheint man auf einem guten Wege. Ich werde mir das die Tage noch einmal genauer anschauen und meine weiteren Gedanken zu eBooks, Cloud, Musik, Lala und sonstigen Themen zu Papier (haha) bringen. Ich habe da ja so meine Vorstellungen :)

21.11.2009
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ohne (tiefgründige) worte

Hui, ihr habt recht. Es ist mal verdammt ruhig geworden an dieser Stelle. Klar, das ist es. Wer sich jedoch gerade in meinem Umfeld befindet, kann das ziemlich gut nachvollziehen. Da sich aber viele Mitmenschen über mich nur in meinem Blog erkundigen, sehe ich mich in der Pflicht, hier mal ein kleines Status-Update zu geben.

Am Montag geht es nämlich mal wieder – wenn auch nur für ein paar Tage – auf die große Reise in den Süden, wo es mich in Zukunft wohl öfter, um nicht zu sagen dauerhaft, hinzieht. Das neue Projekt meines Arbeitgebers und die Produktgruppen, die ich betreue (neben Software im Allgemeinen, insbesondere Microsoft und mittlerweile auch Apple) sagen einfach: Du bist im Süden besser aufgehoben. Na also, probieren wir es aus.

In der übrigens Zeit lese ich in den letzten Tagen und Wochen – nicht zuletzt aus privater Pflicht – vermehrt offline und genieße die wenige Ruhe, die mir bleibt dafür umso mehr. Vielleicht auch ein Grund, warum ich seltener online anzutreffen, bzw. aktiv bin. Aber genug der Entschuldigungen, ich bin dann mal wieder im echten Leben unterwegs…

04.10.2009
by mcmatten
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Die Vorzüge meiner Generation…

Ganz ehrlich, liebe mit und –innen, das Beste in das unsere Generation hineingeboren werden konnte, ist doch mit Abstand das Privatfernsehen. Gut, wir haben an sich einiges auszuhalten, das hatten alle anderen aber auch. Nur haben wir im Gegenzug dazu, unser ganzes Leben lang bereits Privatfernsehen und das beste, was es uns brachte: die Werbung.

Unter der Woche bleibt ja doch schon mal das ein oder andere liegen, was man dann am Wochenende nachholen muss: Frühstück, die zwei bis drei Gläser, die auf der Spüle und nicht in der Maschine stehen oder der Schreibtisch, der von den Werbesendungen der Woche befreit werden sollte.

Natürlich könnte man dies in zwei Stunden flinker Wühlerei am Stück erledigen und sich danach einen freien Tag gönnen. Allerdings hat man nach gut 4-6 Stunden TV-Genuss auch fast 2 Stunden Werbung und Vorschauen gesehen, in denen man die kleinen Dinge des alltäglichen Lebens einfach „wegwischen kann“. Und sind wir einmal ehrlich, was klingt denn angenehmer?

„Ich habe heute morgen meine Wohnung aufgeräumt und mich dann erholt“

„Ich habe den ganzen Tag nur TV geschaut“

Eben!

05.09.2009
by mcmatten
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Weil die Zeit sich so beeilt

Irgendwie ist es schon witzig. Da sitzt man verträumt auf dem Sofa, bestaunt den Vollmond, wie er sich hinter den Wolken verschanzt, wie er verschmitzt hervorschaut, um gerade genug Licht zu geben, dass der verträumte, staunende Zwerg am Boden Dinge imposanten Gebilde am Himmel hineininterpretieren kann, die nur er sieht, er ganz allein. Und während man so schaut, und staunt, und träumt, meldet sich eine Melodie, die sich behutsam von hinten anschleicht, langsam aber sicher lauter wird:

Weil die Zeit sich so beeilt
und so wenig bleibt von dem was einmal war
weil das Licht so leicht zerbricht
sehn wir die Dinge manchmal seltsam sonderbar

Es ist September, das Jahr neigt sich dem Ende zu. Viel passiert, viel erlebt, viel erfahren, viel gewonnen, viel verloren und vieles ungeklärt in die Ecke gestellt, hinter der es hervorblickt, wie der Mond hinter seinem vermeintlichen Versteck, stark genug leuchtend, um auf sich und die großen, mächtigen Wolken aufmerksam zu machen.