Abgeschlafft und fertig nach viel Arbeit und einem langen Tag, an dem sich maximal die penetrante Reihung unvorhersehbarer und widerwärtiger Ereignisse als Roter Faden bezeichnen lässt, kehre ich heim und kann nur sagen:
Heute ist einer jener Tage, von denen wir später einmal sagen werden, sie haben uns nicht so gut gefallen.
Wie dem auch sei, nach Hause gekommen und aus dem Fenster geschaut (ja, obwohl ich gerade von draußen kam!) und festgestellt: Um’s Gießen kommst Du heute nicht herum!
Naja, die Auswahl war im Gunde relativ einfach: Gießen oder Tod durch Ersticken aufgrund von mangelnder Bewässerung der Palme. Ich habe mich für das Gießen entschieden! Und während ich so goss, ergossen sich diverse Gedanken in unserem Hirn. Und jetzt, auf dem Sofa liegend und diese Zeilen tippend kann ich sagen: Ich habe den Rio Reiser verstanden! Und das will ich auch mal erklären:
Alles Schutt und Asche
Asche zu Asche, Staub zu Staub – und damit es nicht so staubt, gießen wir
Alles Rauch und Staub
Genau mein Reden, es staubt halt, wenn wir nicht genug wässern
Alles Trick und Masche
Ja, wirklich, es ist wie Zauberei. Gegossen, drei mal um die eigene Achse gedreht und weg ist das Wasser! Der Hammer!
Alles welkes Laub
Wenn das meine Eltern mitkriegen! Welkes Laub – schnell auf den Kompost damit!!
Ahaaaaa
Dies ist ein Ausruf des Verstanden-Habens – denke ich mir zumindest
Ich bin müde
Ja, bin ich wirklich! Ich meine, eine Stunde lang mit Schlauch und Wasser durch die Gegend rennen – das ist wie Feuerwehr, nur halt ohne Feuer!
Klug, oder?
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dann sei froh, ich höre die letzten Worte meiner zu Staub zerfallenen Blume heute noch. Und auch die waren von Rio Reiser:
Die Welt schaut rauf zu meinem Fenster
Mit müden Augen ganz staubig und scheu
Ich bin hier oben auf meiner Wolke
Ich seh Dich kommen aber Du gehst vorbei
Doch jetzt tuts nicht mehr weh
Nee jetzt tut’s nicht mehr weh
Und alles bleibt stumm
Und kein Sturm kommt auf
Wenn ich Dich seh
Comment: MaF – 05. June 2007 @ 22:31
Ach deshalb hast Du vorhin gesungen:
Ich denk an dich
Jeden Tag und jede Nacht
Ich hab kein Auge zugemacht
Seit Tagen
Ich wart auf dich
Ich trau mich nicht mehr aus’m Haus
Ich laß das Telefon nicht aus den Augen
Ich befürchte jedoch: “Kein Staub ruft Dich an…”
Comment: mcmatten – 05. June 2007 @ 22:37
Oft quälender Gedanke am Tage
“Jenseits von Eden”
doch Überzeugung für den nächsten
“Lass uns ein Wunder sein”
Comment: CuSeeMe – 06. June 2007 @ 09:39
oh jee, tiefer Trübsinn macht sich breit und erstickt das Dasein in einem graunen Brei. Wohin ist das Licht und das glückliche Geschick! Vielleicht hats mein Chef, ich weiß es nicht…
Was auch immer, ich habs nicht so mit dem guten alten Rio Reiser (auch wenn der wirklich eine coole Sau war), das Thema Tod finde ich allerdings schon sehr spannend. Kennt jemand Neil Gaiman? Die Comic-Reihe “Ein Mädchen namens Death”? Pflichtlektüre für den geneigten Gothic-Sympathisanten.
Auszug:
“Die Leute in der Stadt wirken im nebel dünn wie Papier. Sie glauben sie tanzen zur Musik ihres Lebens. Aber ich glaube, wir sind wie Puppen, jeder hängt an unsichtbaren Fäden, bis die Nacht anbricht und wir weggefegt werden. Ich schaudere, ich eile über den Platz, und die Dunkelheit der Stadt umfängt mich wie Kanalwasser … oder das Grab.”
Ach, herrlich…
Comment: Moeckel – 06. June 2007 @ 10:11
wie wahr wie wahr……oh ich glaube mein meister hat die schnüre beiseite gelegt und legt mich zur Seite um mal wieder was grossartiges zu machen….. und nein gainman sagt mir nichts…. aber ich sympathisiere auch mit niemanden
Comment: MaF – 06. June 2007 @ 22:18
http://www.neilgaiman.com
Comment: Moeckel – 07. June 2007 @ 09:55
[...] hat, mein Blog nur noch über die Suche nach Frauen, die kacken (oder eben auch nicht) und Rio Reisers Tod gefunden wird und ich aufgrund meines äußerst delikaten Musikgeschmacks aus der Duinger Altstadt [...]
Pingback: Der Metzger schnibbelt wieder! | die metzger der muse – 20. October 2008 @ 19:56