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Generationen Konflikt dank Vodafone, Lobo, Scholz und seinen Freunden

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Ich habe ein Problem: Einen Generationenkonflikt. Nein, jetzt nicht mit meinen Eltern, wie sich das gehört – mehr mit mir selbst, oder so. Vor kurzem musste ich mich noch in das Korsett der Generation C64 pressen lassen, nur weil ich mich nicht der Zensur unterwerfen wollte, obwohl ich noch dachte, mitten in der Generation Doof angekommen zu sein, jetzt bin ich die Generation Upload, obwohl ich mit meinem C64 nie auf die Idee gekommen wäre, in´s Internet zu gehen, geschweige denn etwas up zu loaden (schreibt man doch als Generation Neue Rechtschreibung auseinander, oder?). Noch dazu habe ich ja nicht einmal rot gefärbte Haare – ja selbst mit den Haaren an sich wird es langsam aber sicher weniger, was mich ernsthaft irritiert.

Wie auch immer, die Problematik geht ja noch weiter. Das einzige mobile Telefon, das ich neben meinem magenta-gebundenen iPhone derzeit ausgesprochen sexy finde, ist das Palm Pre, das – glücklicherweise für das was zu sagen habende und mobile Internet-Deutschland – bei dem Anbieter aufschlägt, der derzeit das beste (und das einzig sinnige!) Tarifmodell hat: O2.

Ich möchte jetzt gar nicht versuchen, mich auch über die neue Vodafone Kampagne (darauf sollte die lange Einleitung nämlich hinauslaufen) und den vermeintlichen Ausverkauf von Blog-Deutschland aufzuregen. Ich denke aber, dass auch in mir ein Teil des Tweets von @saschark wiederzufinden ist. Bei den meisten Dingen, die ich bisher gemacht habe, war ich am Liebsten der Erste, nie hingegen der Beste, was mir aber auch ziemlich egal war. Und schon, wie es mich angekotzt hat, dass die immer billiger werdenden Digitalkameras zum inflationären Partyfotografenbilligwebseitentum geführt hat, wäre ich auch weiterhin gerne im Internet allein gewesen (was für ein Bullshit eigentlich, im Internet allein…).

Doch, ganz ehrlich: Es ist doch Vodafones gutes Recht, sich auf eine neue Zielgruppe zu konzentrieren. Eine Zielgruppe, die sich glitschig wie ein Aal immer davonstiehlt, weil sie sich nicht greifen lassen will – das passt einfach nicht mit ihrem Selbstverständnis zusammen, munkelt man. Gut, dass Vodafone als Zensursula-Vorzeigeprovider da ein Eigentor schießt, das müssen die Damen und Herren mit sich selbst ausmachen. Ist ja nicht mein Geld. Dafür freut mich umso mehr (und ich hoffe es inständig), dass der gute Herr Lobo nun sicherlich genug davon abbekommen wird, um sich wirklich ernsthafte Gedanken um seine Altersvorsorge zu machen :)

Noch ehrlicher? Eigentlich will ich von diesem großen Vodafone-Werbekuchen nur etwas abhaben. Die Kampagne von Scholz & Friends, im Lummaland wird ein Blick hinter die Kulissen gewährt, ist für die erste große Kampagne in Deutschland, die wirklich alle Medien einbezieht, sauber aufgesetzt. Da müsste es doch für eines meiner Projekte, die sich ja nun auch alle in der Zielgruppe befinden – und das größte rauscht gerade auf 3 Millionen PIs im Monat zu – etwas abspringen. Wenn ich mein „zu sagen haben“ schon nicht mehr für mich behalten darf, da man im Internet nicht mehr alleine sein kann, so möchte ich wenigstens meine „zu sagen haben“-Plattformen zur Verfügung stellen. Ich hätte auch gerne einen Palm Pre (hallo O2), einen HTC Magic (hallo Vodafone) oder ein geheimnisvolles Paket mit Moleskine, SD-Karte und Grauburgunder (hallo Unbekannter) in meinem Briefkasten. Wenn der Ausverkauf schon stattfindet, dann möchte ich auch gekauft werden. Dann kann ich wenigstens aufhören zu neiden…

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Autor: mcmatten

Musikbegeisterter Pendler, begeisterungsfähiger Nörgler, neumünchner Niedersachse mit penetrantem Hang zu Apple, Musik, Fotografie und Werder Bremen!

Ein Kommentar

  1. Das ist doch mal ein Ansatz und auch eine art und weise sich an der diskussion zu beteiligen. ich als kunde würde mich wohl auch durchaus kaufen lassen, aber da fängt das problem ja an. vodafone kann ja werben wie es will, es fehlen einfach die passenden angebote und deshalb wird das ganze langatmige thema doch nur heiße luft bleiben und es würde mich wundern, sollten sie im zuge dieser kampagne wirklich profit machen können.

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