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Warum blogst Du eigentlich nicht mehr?

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Letztens kam sie mal wieder, die Frage: “Warum blogst Du eigentlich nicht mehr?” Meine einfache und schnelle Antwort: “Ich habe keine guten Ideen mehr!”. So einfach und so schnell die Antwort auch war, die ebenso einfach und schnell zufriedenstellt, so “gelogen” ist sie auch. Wenn ich ehrlich bin, ist das nämlich nicht einmal die halbe Wahrheit.

In meinen Augen gibt es sehr wenige, wirklich gut gemachte private Blogs. Die meisten privaten Blogs sind wahrlich Memmenblogs. Mitleidserregendes Geheule. Nicht mehr, nicht weniger. Ja, hier war es früher auch so. Es war ja auch zu einfach. Es gab einen asozialen Chef, etliche Kollegen, die sich über ihn aufregen konnten, darunter wiederum viele, die kein Stück besser waren (zumindest ähnlich dumm, faul oder dreist). Zeiten ändern sich, das ist vorbei. Die Beiträge haben mir aus heutiger Sicht auch nichts gebracht – außer vielleicht Belustigung der Kollegen, die sich genau das nicht getraut haben. Getraut? Anonym im Internet schreiben? Naja, hat mit trauen nun auch nicht so viel zu tun. Lustig war es wahrscheinlich trotzdem.

Vielleicht war es die Zeit damals, in der Blogs aufkamen. Eine Zeit, in der man einfach mal so rauslassen kann, was man möchte. Einfach in die Tasten hauen. Melden befreit, oder so. Und auch, wenn es heute noch viele Blogger da draußen gibt, die es genau so (weiter) tun – es ist nicht mehr meine Zeit.

Die Zeit, die ich im Süden Deutschlands verbringe, um meinem Job nachzugehen, arbeite ich viel. Sehr viel. Aus nur einem Grund: Um im Norden mehr Zeit, für die wirklich wichtigen Dinge zu haben. Alles, was ich hier schaffe, bringt mir dort mehr Zeit für meine Freundin, meinen Hund, die Familie. Jede Mail, die ich hier schreibe, bringt mir einen weiteren Tennisball-Wurf und einen kleinen wuseligen Murphy, der ihm hinterher jagt.
Klar, wahrscheinlich sind es genau die guten Dinge, über die ich dann schreiben sollte. Der Spaß, den es macht, für meine Freundin zu kochen. Oder die vielen guten Bücher zu lesen, mit denen sie mich versorgt. Oder wie viel Spaß es macht, jetzt im Sommer für Mama und den Schwiegervater zu grillen. Oder wie sehr wir uns auf den Urlaub freuen. Aber es ist, wie so oft im Leben: Wenn ihr nichts von mir hört, dann geht es mir gut (und ich bringe dem Wutz grade heimlich das Katzen-Jagen bei). Ansonsten gibt es viele gute Blogs da draußen – und eben die, in denen ihr die gleiche Meckerei lesen könnt, die es hier schon seit Jahren nicht mehr gibt.

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Author: mcmatten

Musikbegeisterter Pendler, begeisterungsfähiger Nörgler, neumünchner Niedersachse mit penetrantem Hang zu Apple, Musik, Fotografie und Werder Bremen!

One Comment

  1. Hm. 5 Jahre sind es nun fast, dass Du das letzt Mal hier in die Tasten gehauen hast. Ich würde mich auf jeden Fall mal wieder freuen, etwas von Dir zu lesen – vielleicht mit Bezug hierauf? http://subwort.com/2016/01/11/liebster-award-na-denn-ma-los/

    Mach doch mal!
    Marcus

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