Kurzversion: Armseelige Heuchler, verpisst euch!
Ich weiß nicht, ob ich lachen oder kotzen soll. Grade finde ich ein wenig Zeit, mich durch die Feeds der Woche zu lesen. Der gute caschy schrieb schon im Firmenblog über die Rolle von Presse und Bloggern, was mich grade auch einen Entwurf in die alte Lady hämmern ließ. Kurz danach fand ich einen Gastbeitrag einer Microsoft Mitarbeiterin in seinem Privatblog.
Caschy ist derzeit in Vegas auf der CES und ließ diese Woche Gäste und Leser in seinem Blog schreiben. Der letzte Beitrag kam dabei von Monika, die bei Microsoft arbeitet und einen Beitrag über das “schöner werdende Internet” schrieb. Natürlich am Beispiel vom IE9, natürlich über HTML 5. Denn genau so, wie die Microsoft-Moni die Interessen ihres Arbeitgebers vertritt, tut das die Adobe-Angrit, die Google-Gabi und die Firefox-Franzi!
Dass der Beitrag gelungen ist, behaupte ich nicht. Ob er gelungen ist, will ich nicht einmal kommentieren. Dass die ersten Kommentare unter dem Beitrag kritisch sind, konnte man sich denken. Spätestens aber, als plötzlich gedroht wurde, Caschys Blog aus dem Reader zu entfernen, musste ich mich zwischen kotzen und lachen entscheiden.
Ein Blog ist subjektiv. Und noch einmal: Dass Microsoft Mitarbeiter hier ihren Arbeitgeber vertreten: geschenkt! Carsten wird dafür keinen müden Cent bekommen haben und deshalb auch keinen Grund gesehen haben, einen Gastbeitrag, um den er gebeten hat, als Werbung zu kennzeichnen!
Darüber hinaus ist es sein (!) und nur sein Blog. Dass ein Blog viele Leser hat, heißt noch lange nicht, dass der Betreiber seinen Lesern bis zu den Knöcheln in den Arsch kriechen muss. Und ich gehe jede Wette ein, dass sich die gleichen “Leser”, die jetzt auf Carsten schimpfen auf das nächste Gewinnspiel, das er veranstaltet, wieder einen runterholen werden. Die kleinen Wichskinder, die in den Kommentaren die große Fresse haben, weil sie aus ihren verknoteten Fingern keinen einzigen klugen Satz herauskitzeln können, weren auch morgen noch sabbernd auf den nächsten Tipp für kostenlose Software warten und nicht verstehen, dass diese Arbeit, die “der Betreiber” Tag für Tag macht, um seine Leser kostenlos (!) mit Informationen zu versorgen, ab und an auch mal den Blog monetarisieren muss. Das ist sein gutes Recht. Und das ist dann auch mit “Werbung” gekennzeichnet.
Ganz davon ab: Was glauben diese Spinner eigentlich, wie es in der “echten Presse” abgeht? In den Jahren, die ich ein Local Blog “Online Magazin” genannt habe, habe ich Fußballspiele kostenlos gesehen, Musicals kostenlos besucht, in der ersten Reihe geparkt und einen ordentlichen Rabatt auf meinen Handy-Vertrag bekommen. Ich habe das immer offen zugegeben. Schlagt die Zeitungen auf, schaut, ob diese es auch offen zugeben und fragt euch beim nächsten tollen Bericht über ein Musical, eine Kinopremiere oder einen Mobilfunkanbieter, ob dieser wirklich objektiv ist. Und dort steht nicht offen zugegeben drüber, dass es ein Gastbeitrag der Microsoft-Moni, Adobe-Angrit, der Google-Gabi oder der Firefox-Franzi ist!
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01.02.2011 at 08:28
viele kluge Sätze stehen hier aber auch nicht gerade…denn deine fäkalisierung zieht deinen beitrag unter bild-niveaU. SCHADE.